Geschichte

Die Geschichte des Alpsteinclubs

Vorgeschichte

Bis ins 18. Jahrhundert waren es nur Jäger und Sennen, die sich in die als gefährlich und von bösen Geistern bewohnte Bergwelt trauten.
Die systematische Erforschung des Alpsteins aber begann erst um 1740 durch Pfarrer Gabriel Walser, Chronist, Geograph und Kartograph.
Als Wegbereiter der Tourismusbewegung im Alpstein ist jedoch der Dichter Johann Gottfried Ebel zu bezeichnen. Animiert durch sein Buch mit Schilderungen der Gebirgsvölker der Schweiz strömten im beginnenden 19. Jahrhundert immer mehr fremde Bergwanderer ins Alpsteingebiet.
Die Einheimischen erkannten die Chancen die ihnen der Zustrom von Gästen bot, und aus bisher einfachen Unterkünften und Verpflegungsangeboten beim Senn entstanden bald Wirts- und Gasthäuser.

Am 20. November 1892 rief der als Gründer des Alpstein-Clubs geltende Carl Fisch- Bruderer zu einer Versammlung  ihm bekannter Berggänger in der Krone Gais auf.
25 Natur- und Bergfreunde aus St. Gallen, Appenzell Inner- und Ausserrhoden folgten dem Aufruf und einstimmig wurde der Gründung eines Alpstein-Clubs zugestimmt.
Erstaunlich für die damalige politische Situation, dass sich Inner- und Ausserrhoder in einem gemeinsamen Verein zusammenschlossen.

Die ersten 50 Clubjahre 1892 – 1942

Der Start verlief rasant und die  Mitgliederzahl erreichte 1907 bereits  stolze 250, obwohl sich  etliche St. Galler- Mitglieder wegen Meinungsverschiedenheiten abgespalten und den „Touristen-Club Edelweiss“ gegründet hatten.
Selbst der 1. Weltkrieg  konnte die Mitgliederzahl nur vorübergehend senken sodass  der Club 1942  wieder rund 300 Mitglieder zählte.

Auch das Tourenwesen wurde stetig ausgebaut und umfasste bald auch Ziele ausserhalb des Alpsteins. Kaum mehr vorstellbar sind die Randbedingungen, denen unsere Vorfahren bei der Ausübung ihrer Freizeitbeschäftigung ausgesetzt waren:
6-Tagewoche, Reisen nur bedingt mit ÖV möglich, Velo statt Auto, knappe finanzielle Mittel.

Zur Mithilfe bei der Wegverbesserung im Alpstein – das zweite Hauptziel gemäss AC- Statuten – wurden  unzählige  Frondienststunden geleistet und namhaft Geld investiert.
Hauptwerk des AC in Sachen Bergwege war der „Gläubtweg“. Dieser führt von der Seealp durch das „Gläubt“ zur Altenalp und weiter hinauf zum Schäfler.
In Übereinkunft mit dem SAC wurde aber zu Beginn des 1. Weltkrieges vereinbart, künftig Bau und Unterhalt von Bergwegen den Bergwirten, Korporationen und Verkehrsvereinen zu überlassen.

1907 wurde auch Skifahren als neue Sportart  zum Thema.  Vor allem jüngere Mitglieder waren begeistert und schon bald wurde der Wunsch nach einer Hütte als Stützpunkt für Skitouren im Alpstein laut.
Nach zweijähriger Suche wurde man 1913 mit dem „Schwyzerälpli“ fündig. Eine zwischen der Potersalp und Lehmen gelegene Alphütte, die ausserhalb der Alpzeit für Vereinszwecke gemietet werden konnte.
Schon bald aber stellte man ernüchtert fest, dass Skitouren ab Schwyzerälpli  sehr beschränkt möglich waren, was umgehend die Suche nach Alternativen zur Folge hatte.
So fand man mit der „Kalthütte“ – eine Sennhütte auf der Sämbtiseralp gelegen – zusammen mit dem Ski-Club Appenzell ein geeignetes Objekt im Herzen des Alpsteins.


Schwizerälpli

Bis zur 100-Jahr-Feier 1992

Zur 100-Jahrfeier des Alpsteinclub konnte mit Freude auf ein gut funktionierendes Clubleben und ein alljährlich umfassendes Tourenangebot und erfreuliche Beteiligung und Mitwirkung der  Clubmitglieder geblickt werden.
Den inzwischen 380 Mitgliedern wurden jährlich rund 40 Anlässe und Touren angeboten, für Sommer und Winter, von leicht bis schwer, für alle Alters- und Leistungsklassen.

Geprägt wurde dieses halbe Jahrhundert jedoch durch das Ressort Hüttenwesen.
Schon nach Ende des 2. Weltkrieges regte sich der Wunsch nach einer eigenen Hütte im Alpstein. Ganzjährig verfügbar sollte sie sein und von den Kosten her für den Club zu stemmen. Nach 5 -jähriger intensiver Grundstücksuche konnte 1952 der Grundbucheintrag für die Parzelle auf Furgglenalp erfolgen, sodass im Herbst 1954 mit das grosse Einweihungsfest  stattfinden konnte.  Das in hunderten von Mannstunden Fronarbeit und mit grosszügigen Geld- und Sach-spenden errichtete „Clubheim Furgglen“ war Wirklichkeit geworden.

 Die Eröffnung des Clubheims hatte zugleich das Ende des Mietverhältnisses in der Kalthütte zur Folge,   Auch Besuche des Schwyzerälpli  wurden deutlich weniger, sodass der  Mietvertrag 2005 nach über 100 Jahren sein Ende fand.

Der Alpsteinclub heute

Heute hat der AC rund 400 Mitglieder, kann sich weiterhin über ein reges Clubleben freuen und vereinigt damit wie zur Gründungszeit erhofft, Natur- und Bergfreunde aller Alterklassen in familiärem Umfeld.
Nebst dem schönen Clubheim Furgglen steht  seit 1989 auch die Clubhütte Wagenlücke unseren Mitgliedern jederzeit offen.

Das Tourenwesen – seit  1892 als Hauptzweck des Clubs – wird auch heute noch dieser Vorgabe gerecht und rund 60 Anlässe werden im jährlich neuen  Tourenprogramm ausgeschrieben:
Bergtouren, Bergwanderungen, Hochtouren, Klettertouren, Kinder- und Familienanlässe, Seniorenwanderungen , Biketouren sowie  Wintersport